Kraft-Wärme-Kopplung bei der Nettostromerzeugung
in Terawattstunden pro Jahr
Stand: 15.10.2026
Der Trend der letzten 10 Jahre ist fallend.
Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ermöglicht die Gewinnung von Energie und Wärme in einem kombinierten, thermodynamischen Prozess. Im Vergleich zur ungekoppelten Erzeugung wird dabei Brennstoff eingespart. Hierbei kann ein Gesamtnutzungsgrad von über 90 % erreicht werden. Die in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Nettostrommenge aus Anlagen der allgemeinen und industriellen Versorgung größer als 1 MWel lag in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 bei 11,0 Terawattstunden. Die Trendberechnung ergab einen negativ fallenden Trend über die letzten 10 Jahre. Im Jahr 2023 entsprachen die 11,5 Terawattstunden rund 11 % der Gesamtnettostromerzeugung in NRW.
Hintergrund und Bedeutung
Durch die kombinierte Erzeugung von Strom und Wärme bietet die Kraft-Wärme-Kopplung, insbesondere im gewerblichen und industriellen Kontext, eine etablierte Technologie, die auf die Steigerung der Effizienz einzahlt: Durch die Kopplung wird ein größerer Teil der im Ausgangsbrennstoff gespeicherten Energie nutzbar, der Rohstoffeinsatz sinkt und weniger klimaschädliche Emissionen belasten die Umwelt.
Hintergrund / Bedeutung - KWK
Für NRW bietet die Kraft-Wärme-Kopplung besonderes Potenzial: Die Vorteile der Technologie bestehen vor allem für energieintensive Betriebe mit hohem Strom- und Wärmeverbrauch. Diese prägen die Wirtschaftsstruktur des Landes mit Schwerpunkten auf industrieller Verarbeitung und Produktion. Die Betriebe profitieren von der Kostensenkung, der geringeren Umweltwirkung, aber auch einer stabileren Strom- und Wärmeerzeugung, da die KWK-Systeme auch netzunabhängig arbeiten.
Nachhaltige Brennstoffe wie Biogas und Biomethan, die vor allem aus unvermeidbaren Abfallstoffen oder Ernterückständen gewonnen werden, oder künftig umweltfreundlich produzierter Wasserstoff als Energieträger, erhöhen die Umweltverträglichkeit zusätzlich. Der zunehmende Einsatz der Technologie, von KWK-Systemen und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungssystemen für die Versorgung von Betrieben und Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen, kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Klimaschutzziele zu erreichen.
Ziele
Ziele - KWK - KWK
Landesziele:
- Bis 2030 substanzielle Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der KWK-Strom- und Wärmeerzeugung, ggü. 2021 (Nachhaltigkeitsstrategie NRW 2026)
Bundesziele
- Unterstützung der Transformation hin zu einer nachhaltigen und treibhausgansneutralen Energieversorgung im gesamten Bundesgebiet, die im Sinne der Energieeinsparung, des Klima- und des Umweltschutzes vollständig auf erneuerbaren Energien beruht. (in Anlehnung an § 1 Abs. 1 KWKG)
Entwicklung und Interpretation
Entwicklung und Interpretation - KWK
Die Entwicklung der Nettostromerzeugung aus Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung größer als 1 MWel ist in NRW von einem schwankenden Verlauf über den gesamten Zeitraum geprägt. Nach einem Anstieg zu Beginn der Aufzeichnungen, folgte zwischen 2006 und 2011 ein kontinuierlicher Rückgang. Von ihrem Höchstwert von 21,1 Terawattstunden im Jahr 2017 sank die Nettostromerzeugung aus KWK-Anlagen auf 11 Terawattstunden im Jahr 2024 und damit auf den bisher niedrigsten Wert.
Damit trug NRW 2024 rund 14,7 % zur gesamtdeutschen Stromerzeugung aus KWK-Anlagen größer als 1 MWel bei. Der schwankende Verlauf der Zeitreihe ergibt sich aus dem Wechselspiel von Abschaltungen älterer Kraftwerke und Inbetriebnahmen neuer Anlagen. Der starke Anstieg im Jahr 2017 ist auf die Angabe eines Berichtspflichtigen zurückzuführen, der in diesem Jahr erstmalig die Erzeugung gemeldet hat.Methodik und Definition
Methodik und Definition - KWK
Der Indikator gibt die in NRW in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Strommenge (Nettostromerzeugung) aus Anlagen der allgemeinen und industriellen Versorgung größer als 1 MWel (Megawatt elektrisch) wieder. Die Nettostromerzeugung aus Anlagen unterhalb von 1 MWel fließt nicht in die Berechnung des Indikators ein. Die Daten werden jährlich im Rahmen der Energiebilanz NRW fortgeschrieben, die der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) erarbeitet.
Durch Änderungen im Energiestatistikgesetz wird seit 2018 die Stromerzeugung über die KWK-Wärmeerzeugung plausibilisiert. Entsprechend wurde der Wert für das Jahr 2018 nach unten korrigiert.
Datenquellen
Datenquellen, Berechnung und Einheit - KWK
- Energiebilanz 2023 NRW, IT.NRW,
- Jahreserhebung über die Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung im Verarbeitenden Gewerbe, im Bergbau, und in der Gewinnung von Steinen und Erden. Anlagen mit einer Nettonennleistung elektrisch von 1 MW und mehr. Tabelle 3.Zu: Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung nach Energieträgern (insgesamt) Nordrhein-Westfalen. Berichtszeiträume 2023 und 2024. IT.NRW
- Auswertungstabellen zur Energiebilanz 1990 bis 2025, AGEB e.V.
- Energieatlas NRW, LANUK
- Nachhaltigkeitsstrategie NRW, MUNV
Berichtspflichten / Rechtsgrundlagen
Stärken des Indikators
Schwächen des Indikators
Mögliche Weiterentwicklung
Klima, Energie, Effizienz
Datentabelle - KWK
| 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
| Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung | 16,1 | 16,7 | 18,2 | 18,6 | 18,2 | 17,8 | 17,0 | 15,5 | 14,0 | 15,1 | 13,6 | 12,3 | 14,9 | 17,0 | 21,1 | 15,4 | 14,5 | 13,7 | 14,2 | 12,1 | 11,5 | 11,0 |



