Waldzustand - Kronenverlichtung aller Baumarten
Fläche in Prozent im Jahr
Stand: 10.02.2026
Kein signifikanter Trend über die letzten 10 Jahre für Waldflächen mit deutlicher Kronenverlichtung.
Der Trend über die letzten 10 Jahre für Waldflächen mit schwacher Kronenverlichtung ist fallend.
Kein signifikanter Trend über die letzten 10 Jahre für Waldflächen ohne Kronenverlichtung.
Die Kronenverlichtung ist ein Spiegel der Vitalität von Bäumen und bildet so auch den Zustand des Waldes ab. Im Jahr 2025 hatten Bäume auf 29 % der Waldfläche Nordrhein-Westfalens keine Kronenverlichtung. Der Anteil folgte keinem signifikanten Trend über die letzten 10 Jahre. Dier Anteil der Bäume mit schwacher Kronenverlichtung lag zuletzt bei 37 % und einem fallenden Trend. Allerdings zeigten Bäume auf 34 % der Waldfläche deutlich verlichtete Kronen mit keinem signifikanten Trend über die letzten 10 Jahre. Seit der Jahrtausendwende schwanken die Schäden auf hohem Niveau. Der Waldumbau hin zu standortgerechteren und klimaresilienten Mischbeständen soll den Zustand der Bäume langfristig verbessern.
Hintergrund und Bedeutung
Die Vitalität der Bäume ist unter anderem eng an die klimatischen Umweltbedingungen gekoppelt. Vor allem der bereits in den 1980er Jahren beginnende langfristige mittlere Temperaturanstieg im Rahmen des Klimawandels sowie längere und intensivere Trocken- und Hitzeperioden setzen den Wald zunehmend unter Druck. Die Kronenverlichtung ist eine Folge dieser wachsenden Belastungen. Dabei reagieren verschiedene Baumarten unterschiedlich auf diese Umwelteinflüsse. Die Fichte ist besonders anfällig.
Hintergrund / Bedeutung - Waldzustand
Die Kronenverlichtung ist aber nicht nur eine Reaktion der Bäume auf Klimaveränderungen. Auch der Befall durch biotische Schädlinge wie den Borkenkäfer sowie der chronisch hohe Eintrag von Schad- und Nährstoffen aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft über die Luft und den Regen in das Waldökosystem kann erhöhte Kronenverlichtungen bewirken. Die Auswirkungen dieser Faktoren sind zeitlich und räumlich unterschiedlich: So gibt es direkte Effekte der Stoffeinträge auf die Bäume (u.a. Schäden durch Schwefeldioxid) sowie indirekte, langfristige Effekte über die Waldböden. Die Bodenversauerung und Eutrophierung mit ihren Folgen u.a. für die Baumwurzeln, die Nährstoffversorgung und Bodenlebewesen spielen weiterhin eine wichtige Rolle. Die Schwächung der Bäume durch einen Schädlingsbefall zeigt sich dagegen auch kurzfristig. Neben externen Faktoren wirken sich zudem baumeigene zyklische Entwicklungsprozesse auf den Kronenzustand aus. Hierzu zählt beispielsweise die Fruchtbildung, die häufig kräftezehrend für die Bäume ist. Der Indikator verdeutlicht Handlungsbedarfe und die Bedeutung waldbaulicher Maßnahmen zur Förderung der Vitalität und Resilienz der nordrhein-westfälischen Wälder.
Entwicklung und Interpretation
Entwicklung und Interpretation - Waldzustand
Von 1984 bis 2025 hat sich der Anteil der Bäume ohne Kronenverlichtung in NRW halbiert. Über die letzten 10 Jahre sank er von 59 % auf 29 % mit keinem signifikanten Trend. Der Anteil der deutlich verlichteten Bäume stieg von 10 % in 1984 auf 34 % in 2025 mit einem Höchstwert von 44 % in 2020. Der Anteil der schwach verlichteten Bäume liegt aktuell bei 34 % bei einem fallenden Trend. Hauptursachen für die Entwicklung der Indikatorwerte sind die Hitze- und Dürreperiode der Jahre 2018 - 2020 und 2022 und die Spätfolgen der chronisch hohen Stoffeinträge in den Waldökosystemen. Seit dem Ende der Massenvermehrung der Borkenkäfer 2018 - 2024 bessert sich die Kronenverlichtung der Fichte. Die sich schon im Vorjahr abzeichnende leichte Erholung des Kronenzustandes setzt sich fort und verstärkt sich. Hier zeigen sich mit Verzögerung die Auswirkungen der günstigen Witterung der Jahre 2023 und 2024: Die in den heißen und trockenen Jahren erlittenen Schäden am Feinwurzelsystem, die Embolien im hydraulischen Leitungssystem oder Schäden in der Kronenstruktur konnten offenbar teilweise ausgeglichen werden. Ein Grund zur Entwarnung ist allerdings nicht gegeben: Wir sehen keine Trendumkehr, sondern eine leichte Erholung des Kronenzustands auf hohem Schadniveau.
Methodik und Definition
Methodik und Definition - Waldzustand
Der Indikator gibt die Flächenanteile der Bäume ohne (0 bis 10 %), mit schwacher (11 bis 25 %) und deutlicher (26 bis 100 %) Kronenverlichtung an der gesamten Waldfläche Nordrhein-Westfalens in Prozent an. Datengrundlage sind Waldzustandserhebungen, die jährlich im Sommer durch den Landesbetrieb Wald und Holz auf der Grundlage eines regelmäßigen Gitternetzes durchgeführt und im Waldzustandsbericht veröffentlicht werden. Die Maschenweite beträgt 4 x 4 km. Dabei werden die Kronen festgelegter Probebäume an den Schnittpunkten des Rasters von geschulten Forst-Fachleuten beurteilt. Teil des Waldzustandsberichts sind zudem die Ergebnisse des vom LANUK NRW durchgeführten forstlichen Umweltmonitorings.
Datenquellen
Berichtspflichten / Rechtsgrundlagen
Stärken des Indikators
Schwächen des Indikators
Mögliche Weiterentwicklung
Natur, Ländliche Räume
Datentabelle - Waldzustand
| 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | |
| ohne Kronenverlichtung | 59 | 65 | 60 | 55 | 62 | 61 | 58 | 59 | 50 | 51 | 50 | 49 | 41 | 46 | 34 | 34 | 35 | 33 | 27 | 29 | 30 | 25 | 29 | 31 | 38 | 32 | 24 | 34 | 27 | 23 | 28 | 28 | 30 | 22 | 19 | 23 | 28 | 28 | 25 | 27 | 29 | |
| schwache Kronenverlichtung | 31 | 26 | 30 | 29 | 28 | 29 | 29 | 31 | 34 | 33 | 36 | 37 | 39 | 33 | 43 | 36 | 38 | 43 | 49 | 42 | 45 | 48 | 44 | 44 | 41 | 45 | 43 | 41 | 44 | 41 | 46 | 43 | 45 | 39 | 39 | 33 | 32 | 34 | 36 | 34 | 37 | |
| deutliche Kronenverlichtung | 10 | 9 | 10 | 16 | 10 | 10 | 12 | 11 | 16 | 16 | 14 | 14 | 21 | 21 | 24 | 30 | 27 | 24 | 24 | 29 | 25 | 27 | 27 | 25 | 21 | 23 | 33 | 25 | 29 | 36 | 26 | 29 | 25 | 39 | 42 | 44 | 40 | 38 | 39 | 39 | 34 |





